In der Wartbergschule in Osterode wird jetzt „gesnoezelt“
Ein neuer Snoezelenraum fördert die Entspannung und Sinneswahrnehmungen
Osterode) Kürzlich weihte die Wartbergschule in Osterode am Harz einen ganz besonderen Raum ein. Der sogenannte „Snoezelenraum“ ist eine echte Wohlfühloase. Ein Ort zum Entspannen und Träumen. Er ist ein speziell ausgestatteter, gemütlicher Multifunktionsraum und dient zur Förderung von Entspannung und Sinneswahrnehmung durch verschiedenste Elemente, wie zum Beispiel Duft-, Licht- oder Tonelemente sowie mittels spezieller Möbel. Kurzum: Ein echter Rückzugsort zum Chillen. Der zunächst recht ungewöhnlich klingende Name kommt aus dem Niederländischen und ist eine Kombination der Wörter „snuffelen“ (schnüffeln) und „doezelen“ (dösen). Ein Snoezelenraum baut Ängste ab, steigert das allgemeine Wohlbefinden und kommt in Behinderteneinrichtungen, Kindergärten, Schulen oder Seniorenheimen zum Einsatz. Der Raum selbst sollte so gestaltet sein, dass er eine geborgene Atmosphäre und Sicherheit ausstrahlt. Das gezielt ausgesuchte Angebot „steuere und ordne die Reize, wecke Interesse, rufe Erinnerungen hervor und lenke Beziehungen“, so heißt es. Nach ersten Erfahrungen in den Niederlanden Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde das „Snoezelen“ Ende der 1980er Jahre in Großbritannien und auch in Deutschland eingeführt. Mittlerweile habe sich diese besondere Idee der Entspannung weltweit auf nun über dreißig Nationen ausgebreitet.
Für die Grundausstattung sorgte der Schulträger. Zusätzliche Ausstattung ermöglichte die gemeinsame Spende seitens der KinderSportStiftung am Harz e.V., dem Versicherungskontor Osterode/Sylt sowie der KKT Frölich Kautschuk-Kunststoff-Technik GmbH. Alle drei Institutionen spendierten insgesamt 1.700 Euro für die gute Sache. Nicht zu vergessen der Förderverein der Wartbergschule, der den Kauf eines speziellen Lichtschlauches möglich machte. Dieser kostete in der Anschaffung gut 1.000 Euro, ist sehr robust gehalten und kann in unterschiedlich einstellbaren Farben leuchten. Die Idee zur Einrichtung des Snoezelenraumes hatte Physiotherapeutin Eileen Klapproth. Vorher diente der Raum den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schule. „Es wurde ein neuer Fußboden gelegt, ein blickdichter Vorhang für die Fenster angeschafft und die Wände sind frisch gestrichen. Die Umsetzung hat bis zur Einweihung insgesamt etwa eineinhalb bis zwei Jahre gedauert. Die Benutzung ist prima geeignet für Schülerinnen und Schüler, die zum Beispiel wenig sprechen oder sich bewegen können, aber auch für hibbelige Kinder. Er ist natürlich auch für alle anderen nutzbar und ist zudem ein freiwilliges Pausenangebot. In der Regel beträgt die Aufenthaltszeit etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde“, erklärt Förderschulrektor Dirk Pruschke.
Dass der Entspannungsort gut angenommen wird, ist nicht verwunderlich. Es gibt neben Klangschalen, Wassersäulen, die Luftblasen aufsteigen lassen und in verschiedenen Farben leuchten können, auch diverse Liege- und Sitzmöglichkeiten, einen Lichtschlauch, Lichteffekte, einen Sternenhimmel an der Decke und große Spiegel. Der „Renner“ ist ein gemütliches Wasserbett, was auf Musik reagiert. Die Schwingungen abgespielter Lieder überträgt sich direkt auf das Bett. Die Bildungseinrichtung am Wartberg ist nicht die einzige in Osterode, die über einen Snoezelenraum verfügt. Auch die BBS II setzt einen in der Ausbildungsunterstützung bestimmter Berufe ein, wie beispielsweise in der Pflege.
Ralf Gießler
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